GREGOR LINHSEN
Vision
Akrostichon | gelaserte Schrift-Installation in Cortenstahlplatte | ca. 100 cm x 100 cm

Provisorische Installation. Die Cortenstahlplatte ist noch in Arbeit.
Gregor Linßen interpretiert eine Textstelle aus einer der ältesten entzifferten Schriften der westlichen Hemisphäre, aus dem Buch des Propheten Jesaja.
Der menschliche Geist ist mit sechs Gaben beschenkt, die das Zusammenleben in einer Gesellschaft erst ermöglichen. Aus ihnen entspringt im Akrostichon eine siebte Gabe, die Gabe zur Weitsicht, also die Vorstellungskraft auf die Wirkung des eigenen Tuns oder noch anders genannt – die Gabe der Vision.
Vor etwa 2700 Jahren schon wird mit dieser Vision das Herz einer demokratischen Gesellschaftsform beschrieben: (1) Erkennen – (2) beraten – und (3) weise, – (4) einsichtig der eigenen Beschränktheit -(5) mit ehrfürchtigem Blick auf das Größere – und (6) liebendem Blick auf die Mensch und Natur – mit (7) visionärer Weitsicht entscheiden, was zu tun ist, damit für die Zukunft das Zusammenleben unter freien Menschen gelingt.
Zum Künstler
… erfand aus der Kombination seines Studiums zum Ton- & Bildingenieur und seinen überfließenden Ideen in Text, Musik und visueller Kunst den Beruf des Kreativ-Ingenieurs. Von seinem frühen Förderer, dem Künstlerpater Wilhelm Pfeil, übernahm er das Prinzip des Entbergen. Er betrachtet Kunst als die Suche nach der Wahrheit hinter der wahrgenommenen Wirklichkeit und damit als einen Ausdruck von Glauben. Mit dem technischen Studium im Hintergrund ist er in der Lage das Miterleben seiner musikalischen Werke mit der optischen Einbeziehung der Konzert-Räume zu Gesamtkunstwerken aus zu machen.

Gregor Linßen bei Filmaufnahmen im Vierungsturm des Kölner Doms
Die Waage zu halten zwischen der Kraft des menschlichen Geists und dem wahrnehmbar Größeren, für das der Begriff GOTT steht, ist immer schon der Kern der Suche in den künstlerischen Arbeiten von Gregor Linßen. Diese Lebenseinstellung zeigt sich auch im zweiten im Fenster 1 gezeigten Werk.
GREGOR LINHSEN
MALUM
Objektinstallation Apfel auf Igel-Puzzle (Messing, 300 gedrehte Stacheln)
In den Wochen der Ausstellung entsteht ein Zeitraffer-Video eines verrottenden Apfels aufgespießt auf den 300 Stacheln eines Igels. Die Bedeutung des lateinischen Worts malum ist sowohl „Apfel“ als auch „das Übel“. Die Gabe der Erkenntnis, für die dieses Symbol steht, birgt gleichzeitig die Gefahr der Hybris des Verstands.

